Mit dem Fahrrad zum nächst gelegenen Strand

Mit dem Fahrrad zum nächst gelegenen Strand

Wir wohnen nur 8 km Luftlinie vom Strand entfernt, wovon es viele in unserer Gegend gibt. Mit dem Auto sind das ca. 12 km und 12 – 15 Min Fahrzeit. Aber wollen wir immer mit dem Auto an den Strand fahren? Die Idee ist uns schon in 2019 gekommen, als wir vergeblich versucht haben, mit dem Fahrrad nach Sozopol zu fahren. Da wir Sportmuffel sind und noch diese Fahrräder aus der Steinzeit haben, die mit nur drei Gängen auskommen, war es für uns unmöglich, die Steigung den Berg hoch zu schaffen, über den wir mussten.

Ergebnis des Versuchs:
Wir sind auf halber Strecke nassgeschwitzt und körperlich völlig fertig zurückgefahren. Geschafft haben wir ganze 900 Meter! Na ja, es war ein Anfang 🙂

Die Idee war geboren, ein E-Bike sollte es richten
Ganz klar, ein E-Bike muss her. Eines, mit dem wir problemlos über die Schotterwege im Dorf rauschen und dem Schlaglöcher nichts anhaben können. Es sollte ein E-Bike sein, das robust ist, breite Reifen hat und das nicht gleich auseinanderfällt, wenn man es betrachtet. Und vor allem, es muss einen starken Motor und ausreichend Akkuleistung haben, um uns über diesen kleinen Hügel zu bringen 🙂

Anfang 2020 habe ich mir dann die ersten E-Bikes im Internet angeschaut.
Schnell war klar, wir brauchen ein E-Fatbike und kein “normales” E-Bike. Denn in Bulgarien und auch in Richtung unser nahegelegenen Strände gibt es viele Straßen, die in einem sehr schlechten Zustand sind. Tiefe Schlaglöcher sind da noch das Harmloseste. In Richtung Strand haben wir dazu noch unbefestigte Wege sowie kleinere Schotterstrecken.

Lange habe ich im Internet gesucht, aber nichts Passendes gefunden. Unsere gedankliche Schmerzgrenze lag bei 2.600 EUR/Stück. Die E-Bikes, die ich in dieser Preisklasse gesehen habe, waren allesamt mit viel zu dünnen Reifen bestückt, hatten einen schmalen Rahmen und der Akku leistete in der Regel max. 500 Wattstunden.

Irgendwann habe ich die Suche dann aufgegeben, aber der Gedanke an ein E-Bike hat uns nie losgelassen.

Der Zufall sollte es richten
Im Sommer 2020 habe ich Harald zu uns nach Hause auf einen Kaffee eingeladen. Harald ist ein alter Freund von mir. Er hat mir von einer Firma in Holland erzählt, die E-Bikes vertreibt. Der Hersteller der E-Bikes würde in den USA sitzen und Lastenräder herstellen. Ziel des Herstellers ist es, mit den angebotenen Fahrrädern sowie den unschlagbaren Preisen in den EU-Markt zu drängen. Deshalb ist er vor wenigen Wochen in Holland gewesen, um eine Probefahrt mit einem E-Bike seiner Wahl zu machen.

Ergebnis: Fahrrad als gut befunden und gleich gekauft! 🙂

Ein robustes Fat-Bike mit breiten Reifen, einem guten Radnabenmotor und sehr guter Akkuleistung, 48 V, 14 Ah (672 Wh) . Genau das, was ich gesucht habe. Und dann noch zu einem Kampfpreis, der unschlagbar ist! Nachdem Harald gegangen ist, hat es gerade mal 1 Minute gedauert, bis ich auf der Webseite des Radverkäufers gelandet bin.

Zuerst habe mich mir alle Informationen gesaugt, dann mit anderen Rädern verglichen, wobei einigermaßen Vergleichbares in Deutschland mehr als das Doppelte gekostet hätte. Zwei Monate später, also im September 2020, haben wir Harald dann auf seinem Campingplatz besucht und durften eine Probefahrt mit dem Fat-Bike machen.

Schon als ich es gesehen habe, wusste ich, das ist es!

Stabiles Äußeres und optisch ein Hingucker. Als erstes sind mir neben dem breiten Rahmen die sauber geschweißten Nähte aufgefallen. Die Komponenten wie Scheibenbremse und Schaltung sind von Markenherstellern und das Fahrrad macht einen extrem robusten Eindruck. Darüber hinaus hat es 10 cm breite Reifen, mit denen man nicht so schnell ins Schlittern kommt, wenn man mal durch ein Loch oder über einen kleinen Hügel fährt.

Nach genauer Betrachtung und einer ersten Probefahrt war es für meine Partnerin sofort klar. Sie wollte so ein Fahrrad haben und das am besten gleich bestellen.

Ich für meine Bedürfnisse bin da nicht so schnell bei solchen Entscheidungen, weshalb ich darauf gedrängt habe, mit dem Kauf noch etwas zu warten. Wer weiß, vielleicht wird ja der Preis aufgrund der Winter-Kaufflaute noch etwas gesenkt. 🙂 Lange ausgehalten haben wir das Warten nicht. 4 Wochen später, also noch im November 2020, haben wir die zwei Bikes bestellt.

Qualität und Leistung zum besten Preis

Endlich sind unsere E-Bikes angekommen

Problemlos und schnell zusammengebaut

Noch schnell eine Lenkerverlängerung von 18 cm 🙂 ausgedacht
Die, die es zu kaufen gibt, sind in der Regel nur 10 cm lang und für meine Bedürfnisse somit zu kurz. Einige Gimmicks dran und fertig ist “das Cockpit”.

Passenden Hänger gebaut

Geplant, Material eingekauft und umgesetzt. Leider auch einen kleinen Fehler gemacht, den ich aber wieder ausgebügelt habe.

Zuerst ein Fehlversuch, den ich eigentlich verschweigen wollte 🙂
Von ursprünglich geplanten 4 Stoßdämpfern während der Bauphase auf nur 2 Stoßdämpfer umentschieden.

Gute Stoßdämpfer sind ein Muss auf Bulgariens Straßen!
Der Hänger hat natürlich Stoßdämpfer und eine Bodenfreiheit von 18 cm. Das sollte reichen, wenn man nicht gezielt jedes tiefe Schlagloch überfährt. 🙂

Kupplungshalterung natürlich auch selbst gebaut

Komplett ohne faltbare Transportkiste

Komplett mit faltbarer Transportkiste
Übrigens, die Kiste ist 600 mm x 800 mm. Ausreichend Platz für einen Einkauf oder Strandtag 🙂

Der Hänger ist bis zu 40 kg belastbar, was ich nicht wirklich jemals erreichen werde. 25 Stundenkilometer sind kein Problem für ihn, da er stabil gebaut wurde. Er läuft geradeaus und ruhig hinter dem Bike her. Aufpassen muss man mit so einem Teil trotzdem. Denn mit einer Gesamtlänge des Vehikels von fast 4 Metern und einer Breite von fast einem Meter ist größte Vorsicht geboten. Diese Tage werde ich noch eine Fahne sowie Rückstrahler an den Hänger bauen. Blinker sind ebenfalls vorgesehen 🙂

Hinweis
Ein Hinweis zum Schluss, sofern ich jetzt jemanden auf die Idee gebracht habe, sich selbst einen Hänger zu bauen. Es gibt eine Fahrrad-Hängervorschrift, die u.a. die maximale Länge sowie Breite eines selbstgebauten Hängers definiert. Also immer schön an das Gesetz halten 🙂

Und hier der erste größere Ausflug

Und solange wir noch nicht final in Bulgarien sind, wird das Fahrrad hier in Deutschland schon mal ausgetestet 🙂

Die Adresse zum Schluss
Ach ja, die Adresse von dem Bikeverkäufer in Holland, hier: https://radpowerbikes.eu/de

 

Bildquelle: eigene

Lieber Besucher,

dies ist ein privater Blog der aufgrund von fehlenden Zeitressourcen nur noch sporadisch betrieben wird.

Bitte beachten: Die Anforderungen bei den Behörden in Bulgarien sind regional unterschiedlich und Gesetze ändern sich ständig. Aus diesen Gründen ist es mittlerweile unmöglich geworden die Informationen auf dem neusten Stand zu halten. Danke für dein Verständnis

Bulgarien-Franz

 

Aktuellere Infos über Bulgarien findest du hier in meinem Forum:

https://www.bulgarien-auswanderer-forum.de/