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Dritte Hausbesichtigung

Dritte Hausbesichtigung

Dritte Hausbesichtigung, das ist es!

Geblendet von der Sonne und den vielen Rosen sind wir mit einem Lächeln im Gesicht zur Hausbesichtigung ausgestiegen. Endlich ein Haus, das einem schon von außen anspricht. Ich glaube, es war Liebe auf den ersten Blick.

Aber trotzdem oder gerade deshalb, sind mir noch beim Aussteigen unser Anforderungskatalog und einzelne Anforderungen an unser Wunschhaus wie ein Film durch meinen Kopf geschossen.

Kopfkino
Grundstücksgröße-ok,  Lage vom Haus außerhalb des Dorfs-ok, optischer Zustand des Hauses und das Dach-ok, Lebensmittelladen und Bushaltestelle beim Reinfahren ins Dorf gesehen-ok, Bürgersteige vorhanden-ok, Straße bis zum Haus akzeptabel-ok, keine rumlungernden Sinti oder Roma in der Nähe-ok, Entfernung zum Meer kleiner 20 km-ok, Wald und Wiesen in der Nähe-ok, Anlegen eines Nutzgartens möglich-ok, geografische Lage und Infrastruktur scheint passend-ok, wenig Nachbarn-ok, Haus nicht zu groß/klein-ok, Entfernung nächstgelegene Großstadt (Burgas) mit deutschen Ärzten kleiner 50 km-ok, Preis-ok.  Jetzt will ich so schnell als möglich rein ins Haus!

Eckdaten
Nach der Begrüßung mit dem Hausbesitzer erfuhren wir zunächst die Eckdaten wie Baujahr, Zustand, Anschlüsse usw. Für uns u.a. wichtig zu wissen, dass das Abwasser am zentralen Kanal angeschlossen ist, Internet und Fernsehen über Kabel-Anschluss zur Verfügung steht, das Haus vor wenigen Jahren außen zusätzlich isoliert wurde, Klimaanlagen vorhanden und voll funktionsfähig und der Nachbar nur im Sommer für ein paar Wochen in seinem Haus residiert. Das Haus hat von außen keine Risse in der Wand, ist trocken und die Bodenplatte scheint auch ok zu sein. Erster äußerer optischer Eindruck innen wie außen TOP!

Aber eine Sache ist uns dann doch (negativ) aufgefallen. Das Regenwasser vom Dach wird nicht über den Abwasserkanal abgeleitet, sondern einfach über die Bodenplatte (die mit großen Fließen ausgelegt ist) auf das Grundstück. Merkwürdig, bei den Nachbarn war das nicht anders, das Regenwasser wurde über das Grundstück abgeleitet. Scheint so, als ob das die gängige Bauweise in Bulgarien ist.

Nach Ende der Besichtigung müssen wir sowieso durchs Dorf fahren, da werde ich dann bei den anderen Häusern nochmal genau hinschauen. Schätze aber jetzt schon, dass es bei denen genauso ist.

Die Stockwerke

Der erste Stock
Der Eingangsbereich, in dem der Essbereich integriert ist, ist freundlich hell und wirkt recht groß. Im ersten Stock gibt es u.a. eine kleine Küche und ein kleines Bad, was uns völlig ausreichen würde. Schließlich wollen wir uns ja etwas verkleinern, um somit auch weniger putzen müssen 🙂 Neben dem großen Essbereich liegt das Wohnzimmer, das eine angenehme Größe hat und mit der Klimaanlage und dem offenen Kamin im Sommer wie im Winter zum Chillen einläd. Perfekt! Böden sind komplett gefließt, Wände schön weiss gestrichen und es fällt kein Putz von der Wand. Ich kann auch keine feuchten Stellen ausfindig machen. Die Wände scheinen gerade und gut verarbeitet, sofern ich das als Laie beurteilen kann. Alles in allem sagt uns der erste Eindruck sehr zu.

Bereits in dieser Besichtigungsphase entwickelte sich in uns beiden ein Gefühl des Zuhause seins! Wenn das im zweiten Stock genauso ist, wollen wir das Haus haben!

Der zweite Stock
Über eine gefließte Treppe (innen!) hoch in den zweiten Stock. Insgesamt drei Zimmer, wobei das Schlafzimmer recht groß ist und mit Balkon. Die Aussicht vom Balkon aus unverbaut, grün und am Horizont sind Berge zu sehen! Der Boden ist wie in den beiden anderen Zimmern aus Parkett. Die beiden anderen Zimmer sind relativ klein, aber für unsere Bedürfnisse völlig ausreichend. Alle Zimmer verfügen über einen Mückenschutz und Jalusien. Das Schlafzimmer hat ebenfalls eine Klimaanlage und einen Fernsehanschluss. Gut so, dann können wir auch vom Bett aus fernsehen.

Vor- und Nachteile

Gefühlter Nachteil
Es gibt keinen Keller! Stellt sich die Frage: brauchen wir wirklich einen Keller und war ein Keller von vorn herein ein KO-Kriterium? Nein! Außerdem hätten wir unterm Dach noch ausreichend Ablagefläche für allerlei. Das ist mal wieder typisch. Jetzt bekommt man das, was man will und plötzlich will man noch mehr, obwohl man es nicht braucht!

All Inklusive = Vorteil?
Das Haus wird mit seinem kompletten Inventar wie z. B. Ledercouch, Wohnzimmertisch, Fernseher, Küche und Waschmaschine, Bett, Klimaanlage usw. verkauft. Das kommt uns sehr entgegen, weil wir das Haus bis zur eigentlichen Auswanderung zunächst als Ferienhaus nutzen und somit bis zum Tag “x” keine neuen Möbel kaufen müssen. Und sollten wir auf die Idee kommen, das Haus nach wenigen Jahren verkaufen zu wollen, haben wir uns die Kosten für Möbel gespart.

Hier geht es zu weiteren Bildern vom Haus

Dorfbesichtigung

Unser Immobilienmakler hat uns nach der Besichtigung fast durchs ganze Dorf gefahren, damit wir sehen können, wie es so im Dorf aussieht. Natürlich habe ich die Gelegenheit wahrgenommen und mal geschaut, wie bei den anderen der Abfluss des Regenwassers verläuft. Und tatsächlich, das ist bei jedem Haus so, dass das Regenwasser direkt aufs Gelände abgeleitet wird und nicht in die Kanalisation!?

Viele Häuser scheinen verlassen, einige werden neu gebaut und irgendwie sieht jedes Grundstück (aus deutscher Sicht) unfertig aus. Die Menschen grüßen freundlich und winken einem zu, obwohl wir fremd sind. Sowas kenne ich von Deutschland nicht! Alles in allem ein mit momentan (Stand 2016) ca. 550 Einwohnern ruhiges, relativ sauberes und zum Teil mit Bürgersteigen ausgestattetes Dorf.

Es gibt einen kleinen Lebensmittelladen, der alles führt, was man so braucht. Der Lebensmittelladen liegt in der Dorfmitte, wo sich alle zum Quatschen treffen, zumal es direkt neben dem Tante-Emma-Laden eine einfache Sitzmöglichkeit gibt, wo man sein Bier trinken kann. Dort sitzen dann Alte wie Junge zusammen an einem Tisch.

Dorf-Kiosk
Veselie Dorf-Kiosk

Fahrt ins Hotel
Ohne dem Immobilienmakler übermäßiges Interesse zu zeigen, sind wir danach wieder ins Hotel gefahren. Noch während der Fahrt sind uns tausend Dinge durch den Kopf geschossen und wir wussten zu diesem Zeitpunkt schon, dass wir das Haus haben wollen.

Rest vom Urlaub
Die restlichen Tage haben wir dann ohne weitere Besichtigung für uns selbst genutzt, unseren Urlaubsplan abgearbeitet und hier und da etwas gechillt.

Innerhalb von Minuten haben wir uns beide zuhause gefühlt und uns in das kleine Haus verliebt

One comment

  1. Dass das Wasser einfach über die Bodenplatte abgeleitet wird, ist leider gängige bauweise, wie Du schon vermutest. Falls denn überhaupt Regenrohre vorhanden sind 😉

    Die erste Amtshandlung am Haus, die viele Deutsche vornehmen, ist das Buddeln einer ordentlichen Drainage rundherum. Im Sommer kann man sich das oft nicht vorstellen, aber wenn es im Winter regnet, dann regnet es teils gewaltig.

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