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Zweite Hausbesichtigung

Zweite Hausbesichtigung

Zweite Hausbesichtigung

Zwei Tage nach unserer ersten Hausbesichtigung hat uns unser Immobilienmakler erneut am Hotel abgeholt, um mit uns eine Besichtigungstour zu machen. Zur Auswahl standen 3 Immobilien. Eine davon war uns zu weit entfernt vom Meer und die anderen beiden sahen auf den ersten Blick ok aus. Na ja, was man eben so bei Bildern, die aus einer Webseite ausgedruckt wurden, erkennen kann.

Beim nächsten Objekt, das wir uns betrachten wollten, konnte man gleich erkennen, dass ich viel Arbeit haben werde, was aber nicht so schlimm ist, wenn alles andere stimmt. Die Bilder für das zweite Objekt waren leider nur grau in grau und man konnte im Gesamten wenig darauf erkennen. Eines war aber klar zu erkennen, es lebte jemand in dem Haus.

Das Besichtigungsobjekt lag in Rossen. Rossen ist ein kleines Dorf unweit von Burgas entfernt und ca. 15 km vom Meer gelegen.

Unvorstellbar in Deutschland
Als wir ins Dorf Rossen rein gefahren sind, sind uns zunächst mehrere Kühe am Straßenrand aufgefallen, die sich beim Gras fressen nicht haben stören lassen. Offensichtlich nichts Außergewöhnliches, ein paar Meter weiter sind auch schon die ersten Hühner über die Straße gelaufen, als ob das völlig normal wäre. Auch Katzen gab es zu genüge.

Merkwürdigerweise gab es keinen Bürgersteig und vor vielen Häusern wurde einfach so geschnittenes Brennholz gelagert. Alle 100 Meter stand ein offener 1100 Liter Müllcontainer, in dem so ziemlich alles eingeworfen wurde, was man sich so vorstellen kann. Scheint so, als ob man im Dorf die Mülltrennung nicht kennt. In Burgas war das anders! Der Großteil der Häuser war entweder nicht verputzt oder befand sich noch in der Bauphase. Und egal ob Schrottautos, Lkw, Anhänger oder sonst was, es wurde alles wie selbstverständlich am Straßenrand abgestellt.

Dann sind wir durch eine lange Straße gefahren, in der vor allen Häusern entweder Möbel, Altgeräte oder Schrott gelagert wurde. In dieser Straße standen viele Menschen einfach so herum und wir hatten das Gefühl, dass wir im Ghetto gelandet sind. Unser Immobilienmakler meinte, das wäre eine Sinti und Roma Gegend. Mein erster Gedanke: hoffentlich hält der jetzt nicht an!

Unsere Zweite Besichtigung
Einige Straßen weiter haben wir dann noch eine Frau mitgenommen, die einen Schlüssel in der Hand hielt. Offensichtlich die Hausbesitzerin, mit der wir dann zum Objekt gefahren sind. Na ja, was soll ich sagen? Der erste Eindruck war wieder „ausbaufähig“. Das Grundstück war völlig ausgetrocknet. Um unseren Nutzgarten hier zu realisieren, hätten wir tonnenweise Mutterboden aufschütten müssen. Erster großer Minuspunkt für dieses Objekt!

Das Dach hing schief und und ich würde wetten, dass es in den nächsten 2 Jahren einstürzt. Auch die nur zum Teil überdachte Außentreppe zum oberen Stock ist uns gleich aufgefallen und ich fragte mich: Ist das ein Witz oder gibt es im Innern noch eine Treppe in den oberen Stock? Es kann doch nicht sein, dass man nur von außen ins obere Stockwerk gelangt. Bauen die hier so bekloppt?

Als wir ins Haus gingen, traf uns fast der Schlag. Decken erneut viel zu tief und geschätzt nur 180 cm hoch. Die Wände feucht und die vorhandenen zwei Räume viel zu klein. Ich fragte mich, wie ein Mensch in so einem „Haus“ leben konnte. Im oberen Stock sah es nicht besser aus, weshalb wir die Besichtigung nach ca. 10 min abgebrochen haben. Genervt und angepisst sind wir dann ohne ein Wort ins Auto gestiegen. Im Internet hat das irgendwie alles viel besser ausgesehen! Leider fallen einem erst bei der Besichtigung die Probleme bzw. Details auf. Und wie bereits im ersten Fall waren die Bilder vom Immobilienmakler relativ unscharf und klein. Ich vermute, das hat System und man soll auf den Bildern nicht allzuviel Negatives erkennen.

Enttäuscht
Auf der Fahrt zum dritten Objekt hat uns unser Immobilienmarkler aus freien Stücken und weil er noch Zeit hatte, viel von der Gegend gezeigt, was uns sehr entgegengekommen ist. Leider ist dabei so viel Zeit vergangen, dass wir die dritte Besichtigung auf den nächsten Tag verschoben haben. Es war schon Mittag, ziemlich warm und wir hatten alle drei keine Lust mehr.

Wenn das dritte Objekt nur annähernd oder im schlimmsten Fall genau so beschissen ist wie die letzten zwei, dann brech ich die Sache unmittelbar ab und such uns einen anderen Immobilienmakler!

One comment

  1. Ich habe mir in Bulgarien im Landesinnern mindestens 10 Häuser betrachtet. Allesamt beschissen, ohne Isolierung und teilweise ohne Strom oder Wasseranschluss. Wenn man da nicht aufpasst, dann hat man die Sch… am backen!

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